Zu Besuch bei Poule Folle

Veröffentlicht am in Kategorie Business, Hochzeit

Es ist ein schöner sonniger Tag, als ich mich auf mache ins schöne Stuttgart. Mein Ziel heute ist das Heusteig-Viertel. Dort besuche ich Céline Hermel, die 2013 unter dem Namen „poule folle“  ihr Letterpress Atelier eröffnet hat. Céline empfängt mich herzlich mit einem breiten Lächeln und ich fühle mich gleich wohl bei ihr. In ihrem kleinen Geschäft gibt es jede Menge ihrer Arbeiten zu bestaunen: individuelle Hochzeitseinladungen, Save-the-Date Karten,  komplette Geschäftsausstattungen, Grußkarten, Geschenkanhänger, … es gibt so vieles Schönes zu entdecken.

Ich verfolge Célines Arbeit schon seit Anfang an und bin ein großer Fan ihrer Arbeit, denn was sie macht, machen nicht allzu viele Menschen und sie macht es richtig gut. Das war auch der Grund, warum ich sie unbedingt besuchen wollte. Und euch möchte ich ihre Arbeit ebenfalls ein klein wenig näher bringen.
 
Céline ist studierte Mediendesignerin und erfüllte sich vor knapp 3 Jahren ihren kleinen Traum. Für mehrere Monate lernte sie bei Mädels von "Ladyfingers Letterpress" in den USA alles was es zum Thema Letterpress zu wissen gibt aus erster Hand. In Deutschland gibt es hierfür keine spezielle Ausbildung oder Studium und für Céline sind die Monate in den USA eine sehr wichtige und wertvolle Zeit, an die sie gerne zurück denkt. Ihr wichtigster Mitarbeiter stammt ebenfalls aus den USA, besser gesagt aus Ohio - ihre Druckpresse von „Chandler & Price“.  Die Presse wurde im Jahr 1890 gebaut und läuft immer noch wie am Schnürchen.
 

Céline bietet ihren Brautpaaren einen Rund-um Service an. Neben dem eigentlichen Letterpress-Druckvorgang kümmert sie sich auch um die gesamte gestalterische Arbeit und alles was sonst noch dazu gehört. In einem ersten Gespräch erklärt sie ihren Kunden den eigentlichen Druckvorgang an der Druckerpresse und die einzelnen Schritte, die zur Entstehung ihrer Arbeiten notwendig sind. Wichtig zu wissen, ist dass alles reine Handarbeit ist. Und jetzt komme ich in den Genuss ihr bei der Arbeit zuzuschauen.

An diesem Tag fertig das verrückte Huhn was „poule folle“ aus dem Französischen übersetzt heisst, Save the Date Karten für ihre Kunden Franziska und Martin. Für die beiden erstellt sie in den nächsten Tagen die gesamte Hochzeitspapeterie in einem schönen kräftigen Blau mit verschiedenen Blumenmustern. In mehreren Gesprächen hat sie mit dem Brautpaar die Wünsche für das Layout besprochen und die beiden bzgl. Farben und Papier beraten. Sind alle Wünsche eingearbeitet und das Layout final, geht es für Céline an das Erstellen der Druckplatte, die sie für das spätere Drucken an der Letterpress-Druckmaschine benötigt. Dies macht sie komplett selbst in ihrem Atelier, eines der kleinen Geheimnisse, dass sie in den USA gelernt hat. Ebenso wird das Papier und die benötigten Materialien bestellt.
 
 
Und dann gehts auch schon los, im ersten Schritt des Druckvorgangs muss die Farbe gemischt und auf die runde Druckplatte gleichmäßig aufgetragen werden. Die gesamte Arbeit an der antiken Druckmaschine benötigt jede Menge Fingerspitzengefühl.  Céline legt das dicke Baumwollpapier in die Presse ein und startet mit einem Probedruck. Ganz genau prüft sie, ob die richtige Menge Farbe, die gewünschte Prägungstiefe und die Ausrichtung stimmen. Sie lächelt und ich weiß sie ist zufrieden. Jetzt geht alles ein wenig schneller, der Motor der „Chandler & Price" wird ein wenig lauter und Céline legt ein Blatt nach dem nächsten ein und prüft immer wieder das Druckergebnis. Da ich selbst ein großer Papierfan bin, bin ich sehr begeistert mit welcher Präzision die Save the Date Karten entstehen und wie viel Arbeit wirklich dahinter steckt. An diesem Tag können wir die Save the Date Karten von Franziska und Martin nicht fertig stellen, da die Druckerzeugnisse nach dem eigentlichen Pressen erst einmal trocknen müssen, bevor sie auf das endgültige Maß geschnitten werden können. Dieser Prozess dauert auch wieder seine Zeit, was dazu führt, dass man als Brautpaar mindestens 6-8 Wochen für die Erstellung seiner Papeterie einplanen sollte.
 
Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass für jede einzelne Farbe die auf die Naturpapiere aufgetragen werden, der Arbeitsprozess an der Letterpress-Druckmaschine von vorne beginnt. Dies ist auch mit ein Grund, warum die meisten von Célines Kunden nicht mehr als drei verschiedene Farben für ihre Hochzeitspapeterie auswählen.
Einige Wochen nach meinem Besuch halte ich ein kleines Paket von Céline in den Händen mit der gesamten blauen Hochzeitspapeterie und ich bin sehr begeistert über das Ergebnis. Wenn auch ihr jetzt ganz neugierig auf Céline und ihre Arbeit seid, dann schaut doch einfach mal auf ihrer Homepage oder in ihrem Dawanda-Shop vorbei. Dort gibt es auch für Nicht-Brautpaare schöne Grußkarten, Geschenkanhänger und und und…
 
Liebe Céline ich danke dir von Herzen für diesen schönen Tag in deinem kleinen Atelier! Mein kleiner Besuch wurde ebenfalls in der 8. Ausgabe der Marry Mag gezeigt, schaut doch mal rein. 

 

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